Rezepte zum Nachkochen

 

Einige Leserinnen und Leser haben es bestimmt gemerkt: In meinen Romanen kommt ab und zu etwas Gutes auf den Tisch. Vor allem in "Festtagsgäste" (logisch, die Handlung spielt zu Weihnachten), aber leckere Marmelade und Apfelkuchen gibt es auch in "Taktgefühle". In dieser Rubrik stelle ich die Rezepte ein - es kommt immer mal wieder eins hinzu.

 

Siegberts Nachtisch: Mousse au chocolat, marmoriert mit Vanille und Marzipan

 

 

Zugegeben, auf dem Foto ist die Marmorierung etwas verrutscht – aber so sieht der Nachtisch wirklich aus. Siegbert hätte ihn garantiert auch nicht besser hinbekommen. Und geschmeckt hätte seine Kreation garantiert allen Festtagsgästen.

 

 

Zutaten für vier bis sechs Personen (je nach Appetit)

 

 

Eine Packung Vanillepudding zum Kochen plus die dafür nötige Milch (500 ml). Den Pudding braucht man nicht komplett, also den Rest einfach zwischendurch naschen.

 

Für die Mousse: 150 g dunkle Schokolade, drei Eier, 500 ml Sahne.

 

Für den Marzipanschaum: 100 g Marzipan-Rohmasse, 250 ml Sahne, 1 Packung Sahnesteif, etwas Zucker nach Geschmack.

 

Ca. sechs Esslöffel Erdbeermarmelade oder pürierte Tiefkühl-Erdbeeren

 

 

Zubereitung:

 

 

Den Vanillepudding nach Packungsanweisung zubereiten und abkühlen lassen. Dann Schokolade in Stücke brechen und im Wasserbad oder in der Mikrowelle schmelzen. Eier im Wasserbad schaumig schlagen. Schokolade mit der Eimasse mischen, Sahne steif schlagen. Erst ein Drittel der Sahne unter die Schoko-Ei-Masse heben, dann den Rest.

 

Marzipan-Rohmasse so fein wie möglich zerzupfen. Sahne kurz schlagen, Sahnesteif und Zucker untermischen und alles auf höchster Mixer-Stufe steif schlagen. Dann auf kleinster Stufe das Marzipan unterühren.

 

In schöne Gläser zuerst die Mousse, dann den Vanillepudding und zuletzt die Marzipansahne füllen. Alles vorsichtig mit einer Gabel durchmischen und mindestens für eine Stunde in den Kühlschrank stellen. Ganz oben einen Tupfer Erdbeermarmelade oder pürierte Erdbeeren aufsetzen.

 

 

Tipp: Wenn’s schnell gehen soll, schmeckt auch die Mischung aus Mousse und Marzipan-Sahne, ohne den Vanillepudding.

 

Entenbrust an Brombeersauce (fast wie bei Siegbert und Marlene)

 

Zutaten für vier Personen:


Zwei große Entenbrustfilets, Salz, Pfeffer, 125 ml Sahne, 3 Esslöffel Brombeergelee oder -marmelade, 100 ml Hühnerbrühe, einen halben Esslöffel Rotweinessig, eine Messerspitze gemahlene Nelken, einen halben Teelöffel Zimt.

 

Zubereitung:

 

Die Entenbruststücke waschen, abtupfen und mit Salz und Pfeffer einreiben. Etwas Wasser in eine beschichtete Pfanne geben und erst, wenn es sprudelnd kocht, das Fleisch mit der Hautseite nach unten hineinlegen. Anbraten, wenden und dann ca. 20 bis 25 Minuten bei reduzierter Einstellung garen. Inzwischen im Backofen Kroketten aufbacken und während der letzten fünf Minuten das Fleisch in einer separaten Form mit in den Ofen legen. Währenddessen die Sauce zubereiten: den Bratfond mit der Hühnerbrühe loskochen, Sahne und Marmelade bzw. Gelee zugeben und mit Essig, Nelken und Zimt würzen. Zum Schluss sparsam mit Salz und Pfeffer nachwürzen.

 

Als Beilage eignen sich auch gut Semmelknödel oder Herzoginkartoffeln und frisches Gemüse wie Brokkoli, Rotkohl oder Erbsen und Möhren. Guten Appetit!

 

Poffertjes in Muffinformen

 

Poffertjes sind kleine Pfannkuchen, die eigentlich in die Pfanne gehören. Dafür gibt es in den Niederlanden die „Poffertjespan“ – eine Pfanne mit kleinen Mulden, die auf den Herd gestellt wird und hierzulande schlecht zu bekommen ist. Deshalb backe ich meine Poffertjes im Ofen, in einer ganz normalen Muffinform. Sie werden dann etwas größer als im Original – wer unbedingt kleine haben will, kann eine Mini-Muffinform nehmen. Aber dann sollte die Backzeit etwas kürzer ausfallen (am besten beobachten und selbst entscheiden, wie braun die Poffertjes werden sollen).

 

Zutaten für 12 Poffertjes in einer normalen Muffinform:

 

5 g Trockenhefe oder ein Viertel Würfel Hefe (10 g), 300 ml Milch, 250 g Mehl („echt holländisch“: je 125 g Buchweizenmehl und 125 g Weizenmehl, sonst komplett Weizenmehl nehmen), 40 g Zucker, 1 dickes Ei oder 2 kleine Eier, 25 g zimmerwarme Butter, eine Prise Salz. Und ca. 6 Teelöffel Erdbeermarmelade zum Füllen. 

 

Zubereitung:

 

Hefe und die Prise Salz in etwas lauwarmer Milch auflösen. Mehl in eine Schüssel sieben, eine Mulde hineindrücken und Hefe-Milch hineingießen, ein bisschen Mehl darüber stäuben. Zehn Minuten warten. Dann die übrige Milch erwärmen und mit allen anderen Zutaten (Zucker, Butter in Flöckchen, Eier) zum Mehl-Hefe-Gemisch geben und schnell mit den Knethaken des Elektro-Rührers zu einem Teig verarbeiten. Er sollte etwas fester sein als Pfannkuchen-Teig, aber nicht so flüssig wie Kuchenteig.

 

Küchentuch drüber und an einem warmen Ort eine Stunde gehen lassen. Oder abgedeckt über Nacht in den Kühlschrank stellen und die Poffertjes morgens schnell zum Frühstück backen (schön für besondere Anlässe).

 

Vor dem Backen den Ofen auf 180°C Umluft vorheizen. Die Muffinform ordentlich mit Butter ausstreichen, den Teig durchrühren (er sollte jetzt etwas „aufgegangen“ sein und muss wieder seine normale Konsistenz bekommen) und einen Esslöffel davon in jede Mulde geben. Fünf Minuten backen, herausnehmen und auf jeden Teigklecks, der jetzt vorgebacken ist, einen halben Teelöffel Erdbeermarmelade geben. Obendrauf den restlichen Teig verteilen (pro Mulde ca. eineinhalb Esslöffel). Noch einmal für ca. 10 bis 12 Minuten in den heißen Ofen stellen. Herausnehmen, etwas abkühlen lassen und mit einem Esslöffel aus der Form lösen. Die Poffertjes sollten sich leicht zusammendrücken lassen, dürfen innen noch sehr weich sein und sind warm besonders lecker.

 

Tipp: Unter einer Abdeckhaube frisch halten und vor dem Servieren kurz im Ofen erwärmen. Mit Puderzucker bestreut servieren.

 

Poffertjes gibt‘s in den Niederlanden in vielen Zusammenstellungen, zum Beispiel mit geschmolzener Butter obendrüber und Bananenscheiben. Oder als herzhafte Variante mit gebratenem Speck und Sirup – dann aber den Zucker im Teig und natürlich die Marmelade weglassen. 

 

 

Apfelkuchen

 

Das Rezept stammt von meiner eigenen Oma, mit ein paar neuen Ideen von meiner Mutter.

 

Zutaten:


250 Gramm Sanella (Butter geht auch), 200 Gramm Zucker, 5 Eier, 1 Päckchen Vanillezucker, 1 Päckchen Vanillepuddingpulver zum Kochen, 250 Gramm Mehl, 2 Teelöffel Backpulver, eine Tüte Rumrosinen (oder eine gute Handvoll Rosinen über Nacht in hochprozentigen Rum einlegen) und – je nach Größe - sechs bis sieben säuerliche Äpfel (am besten Boskop).

 

Zubereitung:


Für den Teig das Fett schaumig rühren, Eier und Vanillezucker jeweils einzeln dazugeben. Das Backpulver mit dem Mehl mischen und dann esslöffelweise unterrühren. Die Hälfte des Teiges in eine gefettete Springform (26 Zentimeter Durchmesser) geben und glattstreichen. Dann die Äpfel schälen und achteln. Erst eine Lage Achtel auf den Teig legen und dazwischen die Rumrosinen streuen. Anschließend trockenes Vanillepuddingpulver darüber rieseln lassen. Danach kommt die zweite Lage Äpfel-Achtel obendrauf und zum Schluss der restliche Teig.

 

Alles bei 175 bis 200°C Umluft für etwa 60 Minuten in den Ofen stellen. Falls der Teig zu dunkel wird, mit Alufolie abdecken.

 

Wer mag, kann drei oder vier Esslöffel Puderzucker mit etwas Zitronensaft anrühren und den noch heißen Kuchen damit bepinseln. Guten Appetit! 

Marmelade, die garantiert lange hält - fast wie aus dem Hofladen

 

 

Je besser die Qualität, desto leckerer wird anschließend die Marmelade – versprochen. Das gilt für Früchte, die ruhig etwas teurer sein dürfen, und auch für die Zutaten: Gelierzucker der günstigsten Sorte sorgt gern für etwas Merkwürdiges, das entweder zu fest oder zu flüssig ist.

 

Welche Früchte in den Topf kommen, ist Geschmackssache. Ich verzichte auf exotische Mischungen mit oder ohne Alkohol und koche am liebsten Erdbeeren, Blaubeeren und Pfirsiche ein. Pur jeweils.

 

Alles wird gut geputzt (ordentlich Trocknen mit Küchenkrepp nicht vergessen) und, soweit nötig, in kleine Stücke geschnitten. Pfirsiche am besten kurz blanchieren und die Schale abziehen. Anschließend alles gut mit dem Pürierstab zerkleinern. Wer mag, lässt ein paar Stückchen heil, die anschließend in der Marmelade landen. Pro Kilo Früchte kommt ein Kilo Gelierzucker 1:1 obendrauf – und zwar ein Kilo nach dem anderen, und jedes einzelne mit dem Pürierstab gut in der Masse verteilen. Der Zucker sollte sich gut auflösen.

 

Anschließend alles für vier, besser fünf Stunden an einen einigermaßen kühlen Ort stellen. Dann einmal den Topf gründlich anschauen: Er sollte höchstens halb voll sein, sonst kocht das Ganze über. Im Zweifelsfall lieber einen Teil vorher umfüllen.

 

Alles auf den Herd stellen, und während der Früchtebrei heiß wird, ein paar Vorbereitungen in Angriff nehmen: Eine Untertasse für die Gelierprobe in den Kühlschrank stellen. Twist-Off-Gläser bereitstellen (am besten Küchentücher darunterlegen), den Einmachtrichter (gibt es in gut sortierten Haushaltsgeschäften) bereitlegen, einen Untersetzer für den Topf, ehe man ihn auf den Küchentisch stellt …

 

Sobald das Gemisch zu kochen beginnt, pro Kilo Früchte je einen Beutel Zitronensäure dazugeben. Das macht die Marmelade haltbarer und sorgt dafür, dass sie trotz reichlich Zucker nicht zu süß wird. Vier Minuten kochen, die Untertasse aus dem Kühlschrank holen und einen Tupfer Marmelade draufgeben. Wird sie fest? Dann ist jetzt alles fertig. Wenn nicht, weitere ein oder höchstens zwei Minuten kochen lassen. Aber nicht noch länger – sonst wird sie „stichfest“.

 

Dann den Einmachtrichter auf das erste Glas legen und die heiße Marmelade möglichst bis zum Rand einfüllen. Deckel drauf und umdrehen. Je weniger Luft im Glas bleibt, desto besser ist es für die Haltbarkeit. Meist zieht sich der Deckel wegen des entstehenden Vakuums ein bisschen nach innen.

Umdrehen sollte man die Gläser erst, wenn sie komplett abgekühlt sind. Das darf ruhig am nächsten Tag sein. Marmelade, die so gekocht wird, hält mindestens ein Jahr.

 

Übrigens: Wer andere Gläser verwendet, kann mit Einmachfolie für Haltbarkeit sorgen. Die kann man passend zurechtschneiden, von beiden Seiten durch hochprozentigen Rum ziehen und dann direkt auf die Marmelade legen. Dann muss noch eine Prise Salicylsäure auf die Folie (gibt es in der Apotheke), ehe der Schraubverschluss fest zugedreht wird.